Who is    Arny Kay...

Blues, music which hits you deep inside

Here we have a selection of ARNY KAY`S Rock & Blues

just listen to it.....

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Arny Kay Ein Künstler und seine Musik...

abseits des Mainstreams Das Album "Live Kay" porträtiert einen Blues-Gitarristen,der seit nunmehr über zwei Jahrzehnten abseits des musikalischen, des musik-industriellen Mainstreams seiner Musik und seinem spezifischen Gitan-enstil treu geblieben ist. Arny Kay gehört zu den Künstlern, die mit ihrer Arbeit stets quer zum "Zeitgeist" liegen: Kay galt mit seiner Interpretation des Biues stets als Außenseiter, der bis heute als unbequem und wenig kommerziell verwertbar erscheint. Gerade aus diesem Spie! gegen die vielfältigen Variationen des musikalischen Zeitgeists bezieht die Musik Amy Kays ihre Authentizität und Überzeugungskraft. Nun ist ein Standort außerhalb desjeweilen Mainstreams Voraussetzung für jede Art von Kunst, gleich auf welchem Gebiet, die eine über den Augenblick hinausgehende Bedeutung aufweisen soll. Kunst generell - und dazu gehört zweifelsfrei auch eine mittlerweile schon "klassisch" zu nennende Musikform wie der Blues - definiert sich als Reflexion gesellschaftlicher Verhältnisse und grundlegender menschlicher Bedürfnisse, Wünsche und Probleme. Um diese Reflexionsleistung zu erbringen, muß sie eine Position abseits des Gewohnten, Unhinterfragten, muß sie "offthe beaten path" angesiedelt sein, muß sie Gegenpositionen einnehmen können. Und dieser Standort des "Abseits vom Mainstream" ist es, der die künstlerische Biographie Arny Kays charakterisiert. Arny Kay, Jahrgang 1947 und musikalischer Autodidakt, orientierte sich früh an Vorbildern wie Elvis, Buddy Holly. Eddy Cochran oder Chuck Berry. Für Kay wie für viele andere seiner Generation stand deren Musik für neue Werte: Für Körperbewußtsein statt der Lustfeindlichkeit und Enge (klein-)bUrgerlicher Milieus, für Lebensfreude statt Pflichterfüllung und Disziplin, auch für den Kontakt mit den Lebenswelten andersethnischer Gruppen. Die professionelle Musikszene betrat er relativ spät mit dem 1981 erschienenen (und längst vergriffenen) Album "Same old Blues". Hier hatte Kay bereits seinen Stil gefunden, der geprägt war vom alten Country-, Delta- und City-Blues und von "klassischen" Vorbildern wie Buddy Guy und Freddie King. vor allem aber von Jimi Hendrix, den Kay bis heute als immer neue Quelle der Inspiration bezeichnet. Auch hier ist daran zu erinnern, daß Hendrix für die Woodstock-Generation ein Gegenbiid zur saturierten Wohlstandsgesellschaft symbolisierte, ein Gegenbild auch zum standardisierten Lebenslauf der Elterngenerationen und zur durchkommerzialisierten und massengeschmack skompatiblen Rockmusik - Symbol einer kulturellen Innovation, Arny Kay hebt vor allem diesen innovativen Charakter hervor: Jimi Hendrix, dessen Musik auf keinem Konzert und auf keinem Album von Arny Kay fehlt, steht fiir das Experimentelle, das Genre-Übergreifende, das Ausloten von Grenzen, die musikalischen Randgänge, wohl auch für die Kompromißlosigkeit des von seiner Arbeit überzeugten Künstlers. Kompromißlos in Bezug aufseine Arbeit ist auch Arny Kay bis heute geblieben: Er spielt auch da leisen akustischen Country- und Delta-Blues, wo Lautstärke und Gitarren-Action mit Qualität verwechselt wird. Er besieht auch da auf Lautstärke, um mit Ton, Klang und elektronischen Effekten ?u experimentieren, wo man der Meinung ist, daß Musik den Small Talk der Gäste nicht zu übertönen habe. Er spielt auch da unbeirrt lange Gitarrensoli als Ausweis künstlerischer Kreativität, wo oft die Bereitschaft und Fähigkeit zum Zuhören abhanden gekommen ist. Er vertritt die ethnische und stilistische Offenheit des Blues gegenüber jenen Puristen, die in einer Art umgekehrten Rassismus und in verstocktem Traditionalismus künstlerischen Wert von schwarzer Hautfarbe und der Einhaltung des (Zwölfton-Schemas?) abhängig machen. Im Gegensatz zu jenen, die meinen, in einer Kunstform stets das "Authentische", das "Originale" und "Unverfälschte" suchen zu müssen und damit eine bestimmte historische Form auf Dauer stellen und ihrer eigentlichen Dynamik berauben, betont Kay die Unausweichlichkeit, ja die künsterlische Notwendigkeit des Wandels. Und Blues hat sich, wie jede Kunstform, laufend verändert: In Bezug auf seinen Kontext - von den Baumwollfeldern der Südstaaden über Ghetto-Clubs in europäische Konzerthallen; in Bezug auf sein Publikum: Von ethnischen Unterschichten über die Anhänger alternativer 68er-Bewegungen hin zu den Angehörigen besserverdienender Mittelschichten und intellektueller Milieus, die heute, zumindest in Europa, den Großteil des Publikums renommierter Blues-Events stellen. Blues hat sich auch in Bezug auf seine Funktion gewandelt - von lebensweltlich verankerter Kultur hin zu global anerkannter und rezipierter Kunst- und nicht zuletzt in Bezug auf seine Träger, die Blues-Musiker, die längst nicht mehr bestimmten ethnischen Gruppen, Nationalitäten oder sozialen Milieus angehören. Manche mögen dies bedauern - die Nostalgiker, die Puristen, die Romantiker, die Traditionalisten. Arny Kay hat dagegen immer betont, daß er Blues als zeitlose Kunstform versteht: Eine Musik nämlich, die von anthropologischen Konstanten handelt: Von erotischer Anziehung, von Rausch und Depression, von Abhängigkeit und Unterdrückung, von Hoffnung, Freude und Aufbruch, von Leid und Tod und vom Experiment Leben. Es sind einfach scheinende Erfahrungen, die der Blues thematisiert. Dahinter scheint jedoch immer die Grunderfahrung menschlichen Lebens auf, das "Things are not what they seem" - die Komplexität, die Zufälligkeit, die Uneindeutigkeit der Welt. Dieser Uneindeutigkeit, diesem Changieren der Realität, entspricht auch die Musik selbst: Die Blue Notes, das Verschleifen der Töne, die Unabgeschlossenheit der einzelnen Stücke, die offen bleiben für permanente Re-Interpretation, der Live-Charakter des Blues, der eigentlich erst in der situativen Interaktion mit dem Publikum seine zeitlose Aktualität und sein Charisma entwickelt. Dem vorliegenden Album ist es gelungen, etwas von diesem Charisma einzufangen, das man oft bei Studioproduktionen vergeblich sucht. Dies war auch die Absicht Arny Kays: Kunst als "work in progress" zu definieren, nicht technische Perfektion, sondern Leben zu vermitteln.

Regina Bormann, Kulturwissenschaftlerin

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